FROM SANDRA WITH LOVE...

POP ARt MAKES YOUR LIFE MORE COLORFUL

 

VITA

 

Sandra Juni 2019

1953 wurde ich als Junge im schönen Freiburg i.Br. geboren.

Meine Jugend verbrachte ich  bis zu meinem 18. Lebensjahr an 10 verschiedenen Lokationen in Europa. 

2008 Entdeckung der Kunst als therapeutische Möglichkeit um den durch die - sich wie ein roter Faden durch mein Leben ziehende - Transidentität/Transsexualität immer stärker werdenden psychischen Druck zu mildern und aufzufangen. 

Bis 2012 war ich in leitender Position für verschiedene international ausgerichtete Vertriebsunternehmen in der grafischen Industrie tätig. 

Seit 2013 arbeite ich als Pop Art Künstlerin, Fotografin und Autorin. 

In der Rubrik "TRANSGENDER" findet ihr Medienberichte zu diesem sensiblen Thema, sowie Kunst die sich mit dem Thema Transidentität/Transsexualität auseinandersetzt.

Das ich anders als andere Jungs bin, wurde mir bereits im Alter von 6 Jahren bewusst. Seit dieser Zeit hat mich die Transidentität/Transsexualität - verbunden mit vielen Höhen und Tiefen - durch mein Leben begleitet. 

In den 60er, 70er und auch noch in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts konnte die Gesellschaft mit dem Thema Transsexualität und den davon betroffenen Menschen nicht viel anfangen. Die Wissenschaft war einfach noch nicht soweit. Das hatte zur Folge, dass man Menschen wie mich als Geisteskrank und Pervers abgestempelt hat.

Das Rotlicht Milieu war für viele Transsexuelle die einzige Möglichkeit um sich als Tänzerin oder Prostituierte den Lebensunterhalt zu verdienen. 

Aus diesen gesellschaftlichen, beruflichen, familiären und auch finanziellen Zwängen, sowie den daraus resultierenden existenziellen Ängsten, ließ sich für mich ein Leben als Frau nie realisieren. 

Das Resultat war ein jahrelanges, erniedrigendes und verhängnisvolles Versteckspiel.

Die direkten Folgen waren alkoholische Ekzesse, sowie das klägliche Scheitern mehrerer Beziehungen und Ehen durch mein - damit ja kein Zweifel an meiner Männlichkeit aufkam - extrem machohaftes Auftreten und Benehmen. Ich befand mich zu der Zeit in einem permanenten "Kriegszustand" mit mir selber.

Meiner Karriere, in der von Männern dominierten grafischen Industrie tat das alles keinen Abbruch. Meine berufliche Tätigkeit im Vertrieb von Investitionsgütern im Millionenbereich als Frau fortzuführen, wäre aus Akzeptanzgründen undenkbar gewesen.

2011 - Diagnose: Prostatakrebs mit daraus resultierender Radikaloperation.

Der operationsbedingte Verlust meiner maskulinen Sexualität hat mich erstaunlicherweise nicht sonderlich geschockt. Im Gegenteil. Ich habe dieses als Zeichen des Schicksals gedeutet, dass ich mich endlich der Realität stellen und akzeptieren soll, dass ich ein Leben im falschen Körper führe.

Befeuert durch diverse negative Ereignisse im privaten - erneutes Scheitern einer Ehe - sowie beruflichen Umfeld, kam 2012 das, was kommen musste - der totale psychische Zusammenbruch. 

Daraus resultierte ein mehrmonatiger Klinikaufenthalt und die Erkenntnis, dass ich auf Grund meiner Identitätsstörung permanent einen selbstmörderischen "Krieg" gegen mich selber führe. In der Folgezeit habe ich, unterstützt durch viele psychologische Einzelgespräche und diverse Publikationen in den Medien erkannt, dass es verschiedene Wege des Umgangs mit der Transidentität gibt. 

Die erste und wohl wichtigste Erkenntnis war, dass in mir nicht zwei verschiedene Personen leben, sondern, dass "ich" egal wie ich mich kleide und schminke, immer die gleiche Person - nämlich "ICH" bin. Was sich so einfach und logisch anhört, musste ich mir hart erarbeiten.                                                                

Das war der Wendepunkt in meinem Leben. 

Ich habe gelernt, dass ich nur mir selber gegenüber verantwortlich bin. Ich habe gelernt mich so zu akzeptieren wie ich bin und in der Folge mit mir selber Frieden geschlossen. 

Seitdem bin ich mit mir im Reinen. 

Parallel dazu habe ich die - wie ich finde - höchste Form der persönlichen Freiheit erreicht. 

Es es ist mir egal was andere über mich denken und reden. 

Nicht in der umgangssprachlichen Form von "...ist mir egal", sondern ich lasse mich in meiner Meinung und meinem Lebensmodell nicht mehr vom Mainstream beeinflussen und lenken.  

Damit waren die Weichen endgültig in Richtung meines "richtigen" Lebens als Frau gestellt. 

Das krankheits- und altersbedingte Ende meiner beruflichen Laufbahn, hat die ganze Entwicklung noch zusätzlich beschleunigt. 

Es ist anscheinend wirklich so, dass der Mensch mitunter zu seinem Glück gezwungen werden muß.   

Die Behandlung mit weiblichen Hormonen hat erfreulicherweise zu erheblichen physischen und psychischen Veränderungen geführt. Ich bin wesentlich ruhiger, ausgeglichener und emphatischer geworden. Meine frühere Aggresivität hat sich förmlich aufgelöst. 

Eine geschlechtsangleichende Operation war und ist für mich jedoch nie eine Option gewesen. Denn, auch wenn ich mich einer Operation - deren Ergebnis Dank der medizinischen Möglichkeiten physisch in Ordnung sein mag - unterziehe, bin ich letztendlich, genetisch nach wie vor ein Mann. 

Sexualität entscheidet sich nun mal nicht zwischen den Beinen, sondern zwischen den Ohren. Genau da treten - nach der Operation - bei nicht wenigen Betroffenen massive psychische Probleme auf. Eine betroffene Bekannte hat mir erzählt, dass sie 5 Jahre gebraucht hat um ihre "neue" Körperlichkeit zu akzeptieren. Von Glücksgefühlen war keine Rede.

Vielleicht würden meine Gedanken, wenn ich 20 Jahre alt wäre, andere sein. 

Es bleibt eine nicht zu unterschätzende, einmalige, schwierige und individuelle Entscheidung, die jede Betroffene für sich selber treffen muss.

Ich fühle mich in meinem Körper, so wie er ist wohl. 

Wie bereits erwähnt: Ich habe die höchste Stufe der persönlichen Freiheit erreicht... 

Die Erlöse aus dem Verkauf meiner Bilder und Skulpturen, bieten - neben der Rente - eine zusätzliche finanzielle Absicherung und ermöglichen mir ein - von den üblichen Querschlägern mal abgesehen - zufriedenes, glückliches Künstlerinnendasein. 

Die Kunst hat sich mittlerweile zum Mittelpunkt meines Lebens entwickelt.

Wobei die Pop Art mich bereits seit meiner Jugendzeit in ihren Bann gezogen hat. Anfangswerke von mir waren noch Reproduktionsversuche von Roy Lichtenstein Bildern. 

Nach kurzer Zeit habe ich bereits begonnen meinen eigenen Stil zu entwickeln und diesen in seiner bunten Herrlichkeit, im Lauf der Jahre konsequent weiter entwickelt.

Die in den vergangenen Jahren entstandenen Gemälde und Skulpturen, beschäftigen sich zum Teil auch mit dem Thema „Transidentität“ und sind ein Spiegel meines Seelenlebens. Den damit verbundenen Wünschen und Träumen eines transidenten Menschen nach Anerkennung, Respekt, Partnerschaft, Liebe und Geborgenheit. 

Trotz manch düsterer Gedanken, sind meine Werke durch ihre intensive Farbigkeit, Ausdruck einer unbändigen - von ausgeprägter Lebensfreude und Neugier begleiteten -  Lebenslust. 

Meine Kunst beinhaltet - außer dem Wunsch, dass sie den Betrachtern meiner Werke ein Lächeln der Erinnerung an schöne Zeiten, oder Ereignisse in die Gesichter zaubert und sie für kurze Zeit aus dem Alltag entführt - keine speziellen Botschaften.

MEINE BIOGRAFIE ALS TASCHENBUCH

Meine Biografie ist im Buchhandel unter der ISBN Nummer: 978-3-1274-6629 erhältlich.

                                                        



Ich nehme euch - bis zum Jahr 2016 - mit auf eine kleine Reise durch mein teilweise ziemlich chaotisches Leben. 

Es ist eine Reise auf der ich versuche, euch mit einem Augenzwinkern, aber auch dem nötigen Ernst, mit den Sorgen, Schmerzen und Wünschen eines transidenten Menschen vertraut zu machen. 

Ich hoffe, dass mir das gelingt!

Eure


 





Erste Lesermeinungen gibt es auch schon:

Erika P. - Nürnberg 

Faszinierend und sehr bewegend!

Angelika Renate L. - Assling

Fertig gelesen! Wow. Soviel erlebt und doch nicht klein beigegeben. Respekt. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit deinen Bildern. Und viel Glück mit Vanessa. Ich male übrigens auch. Im Gegensatz habe ich mich bereits in sehr jungen Jahren zum Zölibatären Leben hingezogen gefühlt, habe aber trotzdem in einer kurzen Ehe einen wunderbaren Sohn bekommen. Als geborene Frau hat man es einfacher als Transidentitärer Mensch. Du als geborener Mann bist da wesentlich mehr gefordert. Wen kümmert es schon wenn eine Frau sich maskulin anzieht. So kann ich neben der Pflege meines an ALS erkrankten Vaters tun und lassen was ich mag. Ich würde mich freuen bald mal zu hören dass du eine eigene Ausstellung eröffnest und ich mir die Bilder life anschauen kann. Danke für das Buch, es hat mich wieder mal mehr bestärkt meinen Weg zu gehen. Liebe Grüße 

Erika K. - Zirndorf

Das Buch hat mich sehr bewegt und auf eine Reise in eine mir unbekannte Welt mitgenommen.